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Buchhaltungs-Abo

Buchhaltung im Abo — wie es funktioniert und was Sie zahlen

Statt Stundenhonorar ein fester Monatsbetrag für einen festgelegten Umfang. Hier steht, wie das Modell funktioniert, wann es zu Ihrem Betrieb passt und was es bei 4 Schweizer Anbietern kostet.

Stand Juli 2026 · 4 Anbieter · Preise direkt beim Anbieter erhoben

Was Buchhaltung im Abo bedeutet

Sie zahlen einen festen Betrag im Monat, und dafür erledigt ein Treuhandbüro einen vorher festgelegten Umfang: die laufende Buchhaltung, die Mehrwertsteuerabrechnung, die Löhne, den Jahresabschluss und die Steuererklärung. Der Betrag richtet sich nach der Menge Ihres Betriebs — Belege, Lohnempfänger, Abrechnungsmethode —, nicht nach den Stunden, die jemand aufwendet.

Das ist der Unterschied zum klassischen Treuhandmandat. Dort gilt ein Stundenansatz zwischen etwa hundert und zweihundert Franken, abgerechnet nach geleisteter Zeit. Sie erfahren den Preis hinterher. Beim Abo steht er vorher fest, und das ist keine Nebensache: Er lässt sich budgetieren, und er lässt sich vergleichen.

Was dafür spricht — und wann nicht

Fünf Gründe, warum ein fester Monatsbetrag für die meisten KMU besser passt als eine Stundenabrechnung. Der fünfte ist der, an den niemand denkt.

  1. Der Preis steht vor der Arbeit fest

    Sie wissen im Januar, was die Buchhaltung im Dezember kostet. Beim Stundenmodell erfahren Sie es hinterher — und die Rechnung fällt gerade dann höher aus, wenn ein Jahr ohnehin schwierig war.

  2. Niemand verdient am Langsamsein

    Bei Stundenabrechnung verdient Ihr Treuhänder mehr, je länger er braucht. Beim Abo verdient er mehr, je effizienter er arbeitet. Sein Interesse und Ihres zeigen in dieselbe Richtung.

  3. Eine Rückfrage kostet Sie nichts

    Wer nach Aufwand zahlt, überlegt zweimal, bevor er anruft. Das ist die teuerste Ersparnis überhaupt: Es unterbleiben genau die Fragen, die einen Fehler früh verhindert hätten.

  4. Der Umfang steht schriftlich

    Ein Abo zwingt beide Seiten, vorher aufzuschreiben, was dazugehört. Beim Stundenmodell klärt sich das oft erst, wenn im Frühling die Rechnung für den Abschluss kommt.

  5. Sie können es gegen Software rechnen

    Ein Monatsbetrag lässt sich neben ein Programmabo stellen. Ein Stundenansatz nicht — und darum unterbleibt dieser Vergleich meistens ganz, obwohl er die eigentliche Entscheidung ist.

Ihr Preis hängt an drei Zahlen

Belege pro Monat, Lohnempfänger, Mehrwertsteuermethode. Wer diese drei nennt, bekommt von jedem Anbieter einen Preis — und kann Offerten vergleichen. Alles andere ist Beiwerk.

Die Belegmenge schätzen Sie am besten an einem echten Monat: Wie viele Lieferantenrechnungen, Quittungen und Belastungen mussten verbucht werden? Bei den Lohnempfängern zählt jeder Kopf, auch Teilzeit. Und die Methode steht auf Ihrer letzten Mehrwertsteuerabrechnung.

158–350

Kleinbetrieb, Franken im Monat

Einzelfirma, 15 Belege, keine Löhne, nicht mehrwertsteuerpflichtig.

2’692–3’925

Grösserer Betrieb, Franken im Monat

AG mit 400 Belegen und fünfundzwanzig Lohnempfängern.

2,2×

Unterschied bei kleinen Betrieben

So weit liegen teuerstes und günstigstes Angebot auseinander. Hier lohnt sich Vergleichen am meisten.

1,5×

Unterschied bei grossen

Oben rücken die Anbieter zusammen — dort bestimmt die Menge den Preis.

Welcher Betrieb kommt Ihrem am nächsten?

Suchen Sie sich in diesen fünf wieder. Jeder Anbieter hat für genau diese Betriebe einen Preis genannt — deshalb sind die Zahlen darunter vergleichbar und nicht bloss nebeneinandergestellt.

1

Nebenerwerb

Rechtsform
Einzelfirma
Jahresumsatz
CHF 60’000
Belege pro Monat
15
Lohnabrechnungen
0
MWST-Methode
keine

2

Selbstständig

Rechtsform
Einzelfirma
Jahresumsatz
CHF 180’000
Belege pro Monat
40
Lohnabrechnungen
0
MWST-Methode
Saldosteuersatz

3

Solo-GmbH

Rechtsform
GmbH
Jahresumsatz
CHF 250’000
Belege pro Monat
50
Lohnabrechnungen
1
MWST-Methode
effektiv

4

GmbH mit Team

Rechtsform
GmbH
Jahresumsatz
CHF 1’500’000
Belege pro Monat
150
Lohnabrechnungen
8
MWST-Methode
effektiv

5

Etablierte AG

Rechtsform
AG
Jahresumsatz
CHF 6’000’000
Belege pro Monat
400
Lohnabrechnungen
25
MWST-Methode
effektiv

Die Preise

Monatspreise in Franken, exklusive Mehrwertsteuer, bei allen Anbietern inklusive Jahresabschluss und Steuererklärung. Jeder Wert stammt aus dem Preisrechner oder der Preisliste des Anbieters. Suchen Sie Ihre Zeile — liegen Sie zwischen zweien, liegt Ihr Preis dazwischen.

MusterbetriebSEBONA TreuhandFindea.chLeuchtenstadt TreuhandParadies Treuhand
Nebenerwerb15 Belege/Mt. · 0 LöhneCHF 158CHF 221CHF 340CHF 350
Selbstständig40 Belege/Mt. · 0 LöhneCHF 291CHF 412CHF 590CHF 350
Solo-GmbH50 Belege/Mt. · 1 LohnCHF 409CHF 564CHF 650CHF 600
GmbH mit Team150 Belege/Mt. · 8 LöhneCHF 1’066CHF 1’287CHF 1’550CHF 1’250
Etablierte AG400 Belege/Mt. · 25 LöhneCHF 2’692CHF 2’925CHF 3’925nicht erhoben
Monatspreise in Franken, exklusive MWST. Die Balken sind am höchsten Wert der Tabelle bemessen. «Nicht erhoben» heisst: der Anbieter publiziert für diesen Fall keinen Preis — es ist keine Aussage über die Höhe.

Was die Tabelle für Ihre Entscheidung bedeutet

Der günstigste Anbieter ist nicht in jeder Zeile derselbe. Eine Empfehlung finden Sie hier nicht, weil es sie nicht gibt.

Bei kleinen Betrieben liegen die Angebote 2,2-mal auseinander, bei grossen nur noch 1,5-mal. Sind Sie klein, holen Sie mehr als eine Offerte: Dort steckt das meiste Geld.

Und rechnen Sie mit Wachstum. Vom kleinsten zum grössten Musterbetrieb steigt die Belegmenge auf das 27-fache, der Preis nur auf das 12- bis 17-fache. Wer wächst, zahlt je Beleg weniger.

Was in jedem dieser Preise enthalten ist

Jahresabschluss und Steuererklärung sind drin. Das ist der wichtigste Satz auf dieser Seite.

Viele Offerten nennen einen tiefen Monatspreis und stellen den Abschluss im Frühling separat in Rechnung. Ein solches Angebot ist nicht günstiger, sondern unvollständig. Prüfen Sie das, bevor Sie zwei Preise nebeneinanderlegen.

  • MWST-AbrechnungQuartals- oder Semesterabrechnung mit der Eidgenössischen Steuerverwaltung, nach der Methode des jeweiligen Musterbetriebs.
  • LohnbuchhaltungMonatliche Lohnabrechnungen samt Sozialversicherungsmeldungen für die angegebene Zahl von Lohnempfängern.
  • JahresabschlussBilanz und Erfolgsrechnung zum Geschäftsjahresende — die Position, die in Offerten am häufigsten fehlt.
  • SteuererklärungDie Steuererklärung des Unternehmens, nicht die private des Inhabers.

Ein Angebot ohne Jahresabschluss ist nicht günstiger. Es ist unvollständig.

Warum zwei Offerten weit auseinanderliegen können

Der wichtigste Unterschied steht in keiner Preisliste: Wonach zählt der Anbieter überhaupt? Die meisten zählen Belege — Rechnungen, Quittungen, Belastungen. Mindestens einer zählt Zahlungsvorgänge, also die Ein- und Ausgänge auf Bankkonto und Kreditkarte.

Bezahlen Sie jede Rechnung einzeln, kommt beides auf dieselbe Zahl. Anders wird es in drei Fällen: Bei viel Bargeld haben Sie Belege ohne Kontobewegung. Bei Sammelzahlungen — eine Überweisung für zwanzig Rechnungen — ist es umgekehrt. Und wer über eine Zahlungsplattform verkauft, bekommt eine Sammelgutschrift für viele Einzelverkäufe.

In allen drei Fällen fahren Sie bei einem Anbieter, der Zahlungen zählt, deutlich günstiger — bei genau derselben Arbeit. Das verschiebt eine Offerte stärker als jeder Rabatt, den Sie aushandeln können.

Sechs Fragen vor der Unterschrift

Nach Wirkung geordnet. Die erste verschiebt Ihren Preis um ein Vielfaches, die letzte um ein paar Franken.

  1. Was zählen Sie als Beleg?

    Belege oder Zahlungsvorgänge? Lassen Sie einen echten Monat aus Ihrer Buchhaltung durchrechnen, bevor Sie einer Menge zustimmen.

  2. Ist der Jahresabschluss enthalten?

    Die grösste einzelne Arbeit im Jahr. Fehlt sie, ist der Monatspreis nicht tiefer, sondern unvollständig — und die Rechnung kommt trotzdem.

  3. Welche Steuererklärung ist gemeint?

    Die des Unternehmens. Ihre private ist eine eigene Leistung und in keinem Preis auf dieser Seite enthalten.

  4. Was kostet jeder Lohnempfänger?

    Fast überall eine eigene Position je Kopf und Monat. Bei acht Angestellten wiegt sie mehr als die Grundgebühr.

  5. Mit welcher Mehrwertsteuermethode wird gerechnet?

    Der Saldosteuersatz ist günstiger als die effektive Abrechnung. Rechnet die Offerte mit Saldo, obwohl Sie effektiv abrechnen, ist sie zu tief.

  6. Was kosten Einrichtung und Ausstieg?

    Die Übernahme im ersten Jahr ist einmalig und selten publiziert. Fragen Sie gleich nach der Kündigungsfrist: Bei keinem der 4 Anbieter steht sie öffentlich.

Oder doch selbst buchen?

Rechnen Sie mit drei Posten, nicht mit einem. Erstens das Programmabo, im Mittel CHF 25.– im Monat. Zweitens Ihre eigene Zeit, zu dem Ansatz, den Sie einem Kunden verrechnen. Drittens Abschluss und Steuererklärung, die in keinem Buchhaltungsprogramm stecken.

Wer nur den ersten Posten rechnet, kommt immer zum selben Ergebnis — und wundert sich im Frühling. Der häufigste Weg in der Schweiz ist ohnehin der mittlere: selbst buchen, nur den Abschluss abgeben. Rechnen Sie dafür Programmabo plus Jahreshonorar zusammen und stellen Sie die Summe neben zwölf Monatspreise aus der Tabelle oben.

Woher diese Zahlen kommen

Nicht aus Ab-Preisen. Jeder Anbieter meint damit etwas anderes, und nebeneinandergestellt ergeben sie eine Rangfolge, die mit den Leistungen nichts zu tun hat. Wir haben stattdessen fünf Betriebe festgelegt und für jeden bei jedem Anbieter einzeln nachgefragt, mit identischem Umfang.

3 der 4 Anbieter betreiben einen öffentlichen Preisrechner; dort läuft je Musterbetrieb ein eigener Durchgang, protokolliert mit Datum und gelesener Quellzeile. Der übrige publiziert eine Preisliste. Fehlt eine Stufe, bleibt die Zelle leer — interpoliert wird nicht, denn eine gerechnete Zwischenzahl wäre eine Angabe, die niemand gemacht hat.

Alle 4 Anbieter mit ihren Preisen für jeden Musterbetrieb, dazu Leistungsumfang, eingesetzte Software und Sitz.

Alle 4 Anbieter in der Vergleichstabelle: Buchhaltungs-Abo